Rembrandtin & WAGNER suchen die Herausforderungen des Marktes

Im Gespräch erklären Dietmar Jost, Geschäftsführer Rembrandtin Lack und Patrick Freche, Business Relationship Manager bei WAGNER, was es bedeutet, Systemlieferant zu sein, welche Vorteile sich hieraus für Kunden ergeben und welche Trends sie für das Jahr 2019 sehen.

Katja Villnow

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18.01.2019

Lackhersteller im System

„Wer Systemlieferant sein möchte, muss praktischen Bezug haben“, betont Jost. Im Fall eines Lackherstellers bedeutet das, sicher zu gehen, dass alle eingesetzten Lacke übereinstimmen – natürlich auch in Punkten, die nicht sofort zu sehen sind, wie zum Beispiel Alterungseinflüsse. Auch müssen Farbtöne unter unterschiedlichen Lichteinflüssen übereinstimmen. „Wenn wir mit Anwendern in Kontakt stehen, weisen wir immer darauf hin“, betont Jost. „Es genügt beispielsweise nicht bei der Farbbestimmung nur ein bestimmtes E anzugeben und dann auf ein perfekt abgestimmtes Pulver-/Nasslackduo zu hoffen. Viel besser ist es, Abweichungen auf Farbachsen zu definieren.“

Verschiedene Lackbereiche sind – insbesondere bei größeren Unternehmen – noch häufig getrennt. Hier besteht Handlungsbedarf und Koordinations- sowie Kooperationsfähigkeit sind gefragt. Um Anwendernähe zu schaffen und zu halten, veranstaltete Rembrandtin zusammen mit der WAGNER Group vor kurzem einen Workshop im WAGNER Technologie-Zentrum in Markdorf, in dem theoretisch und praktisch gezeigt wurde, worauf Beschichter achten sollten. In diesem Technologie-Zentrum hat Wagner bereits in der Vergangenheit einige Veranstaltungen mit Kunden und Partnern durchgeführt und dabei die neuesten technischen Entwicklungen vorgestellt. Daneben steht es auch für Testläufe von Kunden sowie Produktentwicklungs- und Trainingszwecke zur Verfügung. Von Bedeutung sind neben verschiedenen Lacksystemen wie KTL, Nasslack, Pulverlack und Gel-Coats auch marktspezifische Entwicklungen, wie die Änderung der DIN EN ISO 12944. Diese führte 2018 zur Öffnung eines deutlich breiteren Spektrums an normkonformen Decklacken wie Fluorpolymere, Epoxisiloxane und Polyaspartics.

 

System-Anlagenbauer

Aber auch für Anlagenbauer ist es von hoher Relevanz nicht allein Anlagen, sondern ganze Systeme inklusive der relevanten Lackprodukte zu überblicken – also als Systemanbieter zu agieren.  „Das Beste für den Anwender ist immer, wenn Anlagenbauer und Lacklieferant an einem Tisch sitzen, wenn es um Neuplanungen geht“, sagt Patrick Freche, Business Relationship Manager für Materialhersteller. Er ist für die Kontaktpflege und den regelmäßigen Austausch mit Herstellern von Pulver- und Nasslacken verantwortlich und behält die neuesten technischen Entwicklungen im Lackbereich somit stets im Auge. 

Freche führt weiter aus: „Der Dienstleistungsgedanke gewinnt für den Endkunden immer mehr an Bedeutung. Das ist auch absolut sinnvoll. Bereits bei der Planung neuer Anlagen sollte darauf geachtet werden, welche Eigenarten zukünftig eingesetzte Materialien haben. Von Bedeutung ist hier beispielsweise die Lackförderung oder die Lagerung der Materialien. Da ist es natürlich perfekt, wenn Lacklieferant und Anlagenbauer im Verbund agieren.“

Diesen Weg wird WAGNER in Zukunft weiter beschreiten und ausbauen. Gemeinsam mit verschiedenen Lackherstellern sind spezielle international gestaltete Workshops geplant. Diese richten sich an Geschäftsführer und Betriebsleiter von Beschichtungseinrichtungen der verschiedensten Industriesegmente. Von Holz bis Automobil ist alles dabei. Abgebildet wird dabei meist die gesamte Prozesskette um einen gesamtheitlichen Blick zu ermöglichen. „Wir achten hier natürlich auf Neutralität und bevorzugen keinen Lackhersteller“, betont Freche.

Auch bei Rembrandtin plant man, in Zukunft weitere Workshops mit unterschiedlichen Partnern durchzuführen. Zudem hat der Lackhersteller noch in letzten Jahr ein neues Trainingscenter in Slowenien eröffnet. Dort stehen Industrieanwendungen im Fokus. Ins Trainingscenter integriert ist eine hochmoderne Lackierbox, ausgestattet mit einem Videosystem. Hier sollen künftig Trainingsvideos in englischer Sprache entstehen, bei denen auch Robotertechnologie zum Einsatz kommt.

„Und natürlich wollen wir neue Trends abbilden und ausarbeiten. Für 2019 stehen für uns zum Beispiel Ultra High Solid Systeme im Fokus – hier wird der Markt sicherlich deutlich wachsen“, sagt Jost. Und welche Trends sieht man bei WAGNER für das neue Jahr? „Globalisierung und Digitalisierung erhöhen den Wettbewerbsdruck in der Industrie - auch beim Thema Oberflächenbeschichtung,“ erklärt Freche. „Anlagenverfügbarkeit und Produktivität müssen daher ständig weiter steigen. Dies ist eine Entwicklung, mit der wir uns auch 2019 intensiv beschäftigen müssen. Mit dem vollautomatisierten Pulverbeschichtungssystem ‚IPS‘ reagieren wir bereits auf diese Anforderungen.“

 

Quelle: Besser Lackieren, 28.01.2019

Katja Villnow

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Erweiterungsbau von WAGNER am Standort Markdorf bezogen

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